„Geht es meinem Nachbarn gut, dann geht es mir auch gut“, besagt ein bekanntes arabisches Sprichwort. Und genau in diesem Geist wurde am 22. Mai – nun bereits zum achten Mal – das Nachbarschaftsfest vor dem Dom gefeiert, organisiert vom Bürgerhafen Greifswald. Was vor Jahren als kleines Begegnungsformat begann, hat sich längst zu einem bunten, lebendigen und stetig wachsenden Treffpunkt für die Nachbarschaft der Greifswalder Innenstadt entwickelt.
Schon beim Ankommen wurde spürbar, wie viel Herzblut in der Vorbereitung steckt. Wochenlange Planung, spontane Ideen, noch spontanere Planänderungen – und ein Team, das mit Humor, Geduld und beeindruckender Energie dafür sorgt, dass am Ende alles zusammenkommt. Wie Organisatorin Friederike Güldemann im Grußwort betonte, ist dieses Fest ein Gemeinschaftswerk: von Kolleg*innen, Ehrenamtlichen, Vereinen, Initiativen und natürlich den vielen Menschen aus der Nachbarschaft, die mit anpacken, Kuchen backen, Stände betreuen oder einfach sagen: „Klar, ich helfe.“
Dass das Fest Jahr für Jahr wächst, zeigte sich auch diesmal: Mehr als 25 Akteur*innen waren beteiligt – so viele wie noch nie. Seit 2019 steigt die Zahl der Gruppen, die sich melden, um einen Stand zu betreuen oder beim Bühnenprogramm mitzuwirken. Von der Offenen Jugendarbeit über die Nähwerkstatt bis zum Seniorenbeirat präsentierten sich unterschiedlichste Initiativen, die das soziale Leben der Stadt prägen.
Die Domwiese verwandelte sich in ein farbenfrohes Mitmachgelände: Live-Musik, Kinderschminken, Bastel- und Bewegungsangebote, Riesenseifenblasen, Tauschbörsen für Pflanzen und Kleidung, kreative Aktionen und vieles mehr luden zum Verweilen ein. Auch die inklusive Sportart Showdown stellte sich vor, und das Blasorchester Greifswald sorgte für musikalische Höhepunkte.
Besonders eindrucksvoll war die Vielfalt der Besucher*innen: Menschen aus verschiedenen Ländern, Generationen und Lebenssituationen kamen zusammen – Familien, Alleinstehende, queere Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung, alteingesessene Greifswalder*innen und Neuankömmlinge. Genau so sieht gelebte Nachbarschaft aus: offen, neugierig, einladend.
Ein Höhepunkt des Nachmittags war die Übergabe der Ehrenamtskarten MV, begleitet von Grußworten von Dr. Stefan Fassbinder und Stefanie Drese. Moderiert wurde das Fest erstmals von radio 98eins, was für zusätzliche Leichtigkeit und professionelle Begleitung sorgte.
Zwischen Musik, Gesprächen, Kuchen und neuen Kontakten wurde deutlich, was dieses Fest ausmacht: Es schafft Räume, in denen Menschen einander begegnen – unkompliziert, fröhlich und auf Augenhöhe. Vielleicht ist es ein kleiner Beweis dafür, dass ein solches Miteinander nicht nur an einem Nachmittag möglich ist, sondern überall und jederzeit.
Am Ende blieb das Gefühl eines Nachmittags, der verbindet, inspiriert und Lust auf mehr macht. Ein Fest, das zeigt, wie stark eine Gemeinschaft sein kann, wenn viele Menschen ein Stück dazu beitragen.